Der Lektor

Portr1
Foto: Jana Scheiding

Mein Name ist Jörg F. Nowack.

Ich hatte das Glück und die Freude, schon als Kind in einer Buchhandlung ein- und ausgehen zu dürfen. Die Buchhändlerin, meine Tante, hat mir den ideellen Wert nähergebracht, den jedes einzelne Buch darstellt. Sie sagte oft: »Ein Buch ist mehr als ein Umschlag und die dazwischen befindlichen Geschichten. Es sind die Gefühle, die beim Lesen der Geschichte entstehen, die ein gutes Buch ausmachen und die uns in Erinnerung bleiben, wenn wir an ein Buch zurückdenken.«

Das Lesen wurde zu meiner größten Leidenschaft. Schon als Kind habe ich hunderte Geschichten und meine ersten Bücher gelesen. Viele davon bewahre ich heute noch auf, wie einen großen Schatz. Mit den Geschichten habe ich auch die Art und Weise aufgesaugt, wie sie geschrieben waren. Es ging mir nie nur um Rechtschreibung und korrekte Grammatik. Ganz besonders inspirierte mich die Art und Weise, wie von den Autoren Spannung erschaffen oder Gefühle beim Leser erzeugt wurden. Genau dieses Wissen motiviert mich noch heute, wenn ich von einer Autorin oder einem Autor eine Idee für eine Szene bzw. ein Buch unterbreitet bekomme und wir über diese Idee reden oder wenn ich ein Lektorat durchführen soll.

Immer wieder denke ich an die Worte meiner Tante zurück und ich weiß, dass die erzählte Geschichte noch so gut sein kann. Exzellent wird sie erst dann, wenn beim Lesen Gefühle entstehen. Deshalb achte ich nicht nur auf korrekte Orthografie und die richtige Satzstruktur, wie es die meisten anderen Lektorate tun, sondern vor allem darauf, wie sich die Geschichte anfühlt, also welche Gefühle ich beim Lesen habe. Und genau so ähnliche Gefühle wird auch der Leser haben, wenn er das Buch in die Hand nimmt und darin liest. Genau deswegen wird er sich immer an ein Buch erinnern, das durch meine Hände ging und das wir gemeinsam, Du und ich, zu etwas Besserem, zu etwas ganz Besonderem gemacht haben. Nimm gleich hier Kontakt mit mir auf!

Foto von mir selbst aufgenommen in der Anna-Amalia-Bibliothek Weimar

Wie wurde ich eigentlich zu einem Experten für Bücher? Wie begann das alles, fragst Du Dich vielleicht auch. Mich erreichen immer wieder diesbezügliche Fragen, die ich hiermit ein für alle Mal beantworten möchte. 

Ich bin in den 1960-er Jahren in einem Umfeld großgeworden, in welchem Bücher immer eine große Rolle spielten. Meine Mutter als auch meine Tante arbeiteten in einer Buchhandlung. 

Ich bin in einer Zeit großgeworden, als es außer Büchern kaum etwas gab, mit dem ich in ferne Länder »reisen« konnte. Mit Büchern konnte ich Jahre später die Ureinwohner Nordamerikas oder die ägyptischen Pyramiden binnen Minuten besuchen. Und beim Lesen war mir jedes Mal, als sei ich wirklich dort.

All meine »Weltreisen« fanden ausschließlich in meinem Kopf statt, denn ich wuchs in der DDR auf.

In der oben genannten Buchhandlung ging ich seit meiner Kindheit ein und aus. Dort lernte ich vieles von dem, was ich heute über Bücher und über Menschen weiß.

Ich erfuhr schon früh sehr viel über die Literatur, die Liebe zu den Büchern und über das Wissen, das in ihnen steckt. Ich merkte bald, welcher immense Schatz in ihnen verborgen liegt.

Dennoch lernte ich das Lesen erst in der Schule. Als ich es konnte, legte ich los.
In der dritten Klasse hatte ich bereits über 50 Bücher gelesen. Ich las, wo ich ging und stand. Beim Lesen konnte ich vollkommen abschalten, denn ich konnte die Märchen, Sagen und Geschichten immer vor meinem inneren Auge »sehen«.

Und mit dem Lesen verbesserte sich auch mein Schreiben. Als ich noch zur Schule ging, bekam ich von einem erstaunten Journalisten gesagt, ich schriebe druckreif.

Leider konnte mein Talent zum Schreiben von Seiten der Schule und meiner Familie nur unzureichend gefördert werden. Das sage ich aus meiner heutigen Erfahrung heraus, ohne irgendjemandem einen Vorwurf zu machen.

Nachdem meine Mutter starb, als ich gerade 14 wurde, rettete die Literatur mir wortwörtlich das Leben. Ich las nun noch mehr und beschäftige mich seitdem mit dem Tod und dem europäischen Reinkarnationsgedanken. Zum Glück arbeitete meine Tante immer noch in der Buchhandlung und konnte mir ein paar Bücher zu diesen Themen besorgen.

Ich fand immer mehr zu meinem eigenen Schreibstil, doch ich hätte niemals gedacht, dass ich einmal selbst veröffentlichen würde. Das durften damals nur studierte Autoren. Verlage legten Bücher damals mitunter in Auflagen von 200.000 Exemplaren auf.

In den Ferien arbeitete ich immer, wenn es ging, in der Buchhandlung.

Folgerichtig musste mein Berufswunsch Buchhändler heißen.

Leider erfüllte sich dieser Wunsch nicht, da meine Oma einen Bruder hatte, der in Westdeutschland wohnte. Aus demselben Grund durfte ich weder Buchdrucker noch Buchbinder werden. – Jetzt spürte ich zum ersten Mal die Macht, die etwas Gedrucktes haben kann.

Die Schulabschlusszeitung meiner Klasse redigierte ich bereits mit der Routine eines Erwachsenen. Ich wunderte mich dabei, dass meine Altersgefährten noch so kindlich formulierten und überhaupt nicht reimen konnten.

Ich wurde Eisenbahner und las buchstäblich in jeder freien Minute. Einmal war die Lektüre so fesselnd, dass ich einen Zug total vergaß. Das hatte natürlich ein Nachspiel, doch auch das brachte mich nicht vom Lesen ab.

Ich las alles, was ich zwischen die Finger bekam und natürlich sehr viel Weltliteratur.

Von Alighieri über Dominik bis Zola war fast alles dabei, dessen ich habhaft werden konnte.

Mitte der 80-er Jahre wechselte ich nach dem obligatorischen Wehrdienst als Angestellter in den öffentlichen Dienst und absolvierte das Studium der Staatswissenschaften erfolgreich.

Günter Grass’ »Blechtrommel« beeindruckte mich so stark, dass mir schlecht wurde und ich das Buch beiseitelegen musste. Ich konnte es bis heute nicht wieder öffnen, um weiterzulesen. – Auch das kann richtig gute Literatur »machen«.

Dennoch las ich nicht alles, was in der DDR zu bekommen war. Beispielsweise habe ich Karl May, der in den letzten Jahren der DDR wieder verlegt wurde, bis heute nicht selbst gelesen.

1989 öffnete sich auch für mich die Tür gen Westen und zu noch mehr Literatur. Manche war lesenswert, andere nicht. Das fand ich schnell heraus, hatte ich doch bereits jede Menge Erfahrung beim Lesen.

Von nun an flogen die Jahre nur so dahin. Nach knapp 15 Jahren schied ich aus dem öffentlichen Dienst aus. 

Nachdem ich zuvor einige Experimente in der freien Wirtschaft gemacht hatte, schloss sich eine Umschulung zum Werbe- und Mediengestalter an. 

Während dieser Bildungsmaßnahme fiel wieder einmal mein Talent auf dem Gebiet der deutschen Sprache auf. Ich machte meine Kolleginnen und Kollegen persönlich so fit für das Prüfungs-Diktat, dass alle diesen schweren Test bestanden.
Ich legte die IHK-Prüfung in meinem neuen Beruf ab.

Folgerichtig arbeitete ich in den Jahren danach erst im Angestelltenverhältnis für einen großen deutschen Verlag, später als freier Lektor. 

Als Lektor fand ich schnell zu meinem eigenen Stil, der mittlerweile völlig anders ist als jener der meisten anderen Lektoren.

Nach einem unschönen Erlebnis mit einer Auftraggeberin, die mir eine unsaubere Arbeitsweise unterstellte, beschloss ich für meinen eigenen Seelenfrieden, nur noch mit Menschen zu arbeiten, die mir wirklich sympathisch sind. Dieses Versprechen mir selbst gegenüber halte ich bis heute.

Gerade am Anfang verdiente ich mitunter kaum so viel, dass es zum Überleben genügte. Die Stunden, die ich »übrig« hatte, verwendete ich oft für eigene Schreibexperimente.

Doch Qualität setzt sich langfristig durch. Und die meiner Arbeit sprach sich im Lauf der Zeit herum. Irgendwann begann ich damit, nicht nur die Texte mit meinen Vorschlägen zu verbessern, sondern die Autorinnen und Autoren auch zu coachen. Das ist inzwischen längst fester Bestandteil meiner Arbeit. Das eine funktioniert nicht mehr ohne das andere. Und auch ich lerne durch jede Begegnung und jeden Auftrag dazu.

Die Fähigkeit, gut und richtig zuhören zu können, sowie jede Menge Empathie sind im Umgang mit den zarten Seelen von Autorinnen und Autoren wichtige Bausteine. 

Beim Lesen eines Buches entstand in meinem Kopf im Zeitraum einer Zehntelsekunde die Idee für ein eigenes Buch. Ich begann noch am selben Abend mit dem Schreiben des Exposés.

Im Lauf der Zeit arbeitete ich mit verschiedenen Verlagen und mit den unterschiedlichsten Autorinnen zusammen. Mein Anspruch war es immer, dass die Autorin ihr Buch nach meiner Arbeit noch lieber liest als zuvor. 

Mitunter war es so, dass meine Eingriffe in den Text so harmonisch waren, dass die Autorin stolz darauf war, was sie da geschrieben hatte. Erst später fiel ihr dann selbst auf, dass ich es war, der das daraus gemacht hatte, was jetzt dort stand.

Als irgendwann immer mehr Autorinnen und Autoren ihre Bücher selbst verlegen konnten, hielt die Buchindustrie das für eine vorübergehende Marotte. Ich ahnte gleich, dass sich langfristig das gesamte System der Buchveröffentlichung verändern würde. Heute befinden wir uns mitten in diesem Prozess.

Heute ist es relativ leicht, ein Buch selbst zu veröffentlichen, und niemand, der das ernsthaft beabsichtigt, wird sein Buch heute noch ohne Lektorat herausgeben, wie das in den Anfangsjahren mitunter geschah. 

Die Zahl derer, die die volle Kontrolle über ihr eigenes Buch haben wollen, wird immer größer. Gerade für Menschen mit einer großen Community rentiert sich der Selbstverlag heute aus mehreren Gesichtspunkten heraus mehr als die Veröffentlichung in einem Verlag.

Ich selbst habe im Lauf der Jahre mehrere Kinderbücher und Romane veröffentlicht sowie eine Liebesnovelle, die unter einem weiblichen Pseudonym erschien. »Das kann kein Mann geschrieben haben«, war die einhellige Meinung mehrerer Testleserinnen. Vielleicht ist das einer der Gründe dafür, dass meine Klientel überwiegend weiblich ist?

Jenen Autorinnen und Autoren, die ihr Buch ohne Verlag veröffentlichen wollen, stelle ich meine Fähigkeiten sowohl als Lektor als auch als Buchgestalter zur Verfügung. Bei Letzterem geht es natürlich um die Gestaltung des Buchblocks, also des kompletten »Innenlebens«, aber auch um den Titel sowie den Umschlag des Buches.

Ich arbeite auch noch für Verlage.

Auch beim Entwerfen des Klappentextes sowie der eigenen Biographie stehe ich meinen Kundinnen und Kunden selbstverständlich zur Seite. Die gemeinsame Arbeit an einem Buch macht viel Freude und ist sehr inspirierend, auch wenn manche Dinge anstrengend sind.


Ich stelle »meinen« Autorinnen und Autoren mein gesamtes Wissen über Bücher zur Verfügung, das ich ständig erweitere. Und das garantiere ich auch über die Zeit der Buchentstehung hinaus. Mit aktuellen Programmen entsteht ein optimaler Workflow, der zu Ergebnissen führt, die sich neben den Büchern »großer« Verlage keinesfalls verstecken müssen. 

Du als Autorin oder Autor darfst, sollst und musst rundherum zufrieden sein, wenn Du Dein Buch in der Hand hältst, damit Deine Leserinnen und Leser es auch sein können. Solange Du nicht zufrieden bist, optimieren wir weiter. Oft ist es nur ein kleiner Handgriff, der den Unterschied zwischen »in Ordnung« und »super« ausmacht.

Vielleicht hältst Du ja auch bald Dein eigenes Buch in den Händen, das mit mir zusammen entsteht?! Du brauchst lediglich Deine Expertise und eine Idee, wie Du Dein Wissen an den Leser bringen möchtest. Der »Rest« ist leicht, obwohl die eigentliche Arbeit erst nach dem Schreiben beginnt. Das hattest Du sicher schon geahnt.

Wenn Du Dich beim Lesen dieser Zeilen wohlgefühlt hast, freue ich mich schon auf Deine Nachricht: Nimm gleich hier Kontakt mit mir auf!